{"id":32812,"date":"2018-05-25T19:09:05","date_gmt":"2018-05-25T17:09:05","guid":{"rendered":"https:\/\/yachtskipper.eu\/yachtueberfuehrung-kiel-amsterdam-london-lissabon\/"},"modified":"2022-05-23T10:27:23","modified_gmt":"2022-05-23T08:27:23","slug":"yachtueberfuehrung-kiel-amsterdam-london-lissabon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/nl\/yachtueberfuehrung-kiel-amsterdam-london-lissabon\/","title":{"rendered":"Yacht\u00fcberf\u00fchrung Kiel &#8211; Amsterdam &#8211; London &#8211; Lissabon"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:104%;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Von Rainer Holtorff<\/p>\n<h1>Ein Yacht\u00fcberf\u00fchrung von der Ostsee nach Lissabon verl\u00e4uft normalerweise auf direktem Weg. Diesmal war alles anders: Der Eigner wollte noch einen Blick auf Amsterdam und London werfen. Warum nicht? Wenn man schon mal in der Gegend ist&#8230;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>14.05.18, Deutsche Bucht<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind wieder auf Langfahrt: Fehmarn nach Lissabon, via Amsterdam und London.&nbsp;Geplant sind 3 Wochen. Vorgestern haben wir in Burgtiefe die Leinen geslipt und sind r\u00fcber nach Kiel gefahren. Genauer: Nach Holtenau, zum Tiessenkai. Gibt es einen netteren Hafen? Ist das \u00fcberhaupt ein Hafen? Wohl eher ein buchenumrankter Anleger aus der Kaiserzeit vor den Schleusen zum Nord-Ostsee-Kanal.<\/p>\n<p>N o r d &#8211; O s t s e e -K a n a l &#8211; dieses Wort! Kein Wunder, dass alle Welt \u201eKiel Kanal\u201c sagt. Wer hat schon Lust auf dieses Amtsdeutsch? Dabei besticht der \u201eN-O-K.\u201c, wie wir ihn meistens nennen, an manchen Stellen mit wilder Sch\u00f6nheit. Jedenfalls haben wir die 8 Stunden unter Motor irgendwie durchgestanden und gingen am fr\u00fchen Nachmittag in Brunsb\u00fcttel durch die Schleuse &#8220;Alte S\u00fcd&#8221;. Das sollte bis Amsterdam eigentlich unser letzter Kontakt mit dem Festland gewesen sein, doch es kam anders:&nbsp;<\/p>\n<p>Die Elbe hatte uns schon ausgespuckt, die Sonne wollte bald in der Nordsee versinken, als wir bemerkten, dass die Genua sich kaum ausrollen lie\u00df. Wir versuchten es mit Gewalt, aber da ging schon gar nichts mehr. Auch das Ablassen des Segels nicht, denn es rollte auch nicht mehr ein. Vor uns hing zu diesem Zeitpunkt eine riesige, dunkle Wolke und Elbe Traffic hatte vor Gewitter und Sturmb\u00f6en gewarnt. Bei dem Gedanken im Starkwind mit der killenden Genua zu k\u00e4mpfen wurde uns mulmig, aber dann bekamen wir das Segel doch noch weg, indem wir etwa ein Dutzend Kreise fuhren und es so um das Vorstag wickelten.&nbsp;Mit der Flut liefen wir zur\u00fcck nach Cuxhaven.<\/p>\n<p>Wer&nbsp;<em>wir<\/em> eigentlich sind?<\/p>\n<p>Da ist zun\u00e4chst mal Guido, der Eigner der <em>Imperia<\/em>, ohne den es diesen T\u00f6rn nicht geben w\u00fcrde. Er will mit diesem Schiff auf gro\u00dfe Fahrt gehen, einmal um die ganze Welt. Guido ist ein badischer Unternehmer in den besten Jahren. Ich kenne ihn noch nicht lange, aber ich w\u00fcrde sagen, er ist jemand, der sich die Butter nicht vom Brot nehmen l\u00e4sst. Ein agiler, impulsiver Typ, der gelernt hat, dass es auf einem Schiff meistens etwas zu tun gibt, und der es tut. Er mag es aufgeklart und wei\u00df genau, was er will \u2013 f\u00fcr einen Skipper ja keine schlechte Eigenschaft. Guido ist schon zweimal \u00fcber den Atlantik gesegelt und etliche Meilen auf dem Bodensee. Nur auf der uns bevorstehenden Route war er noch nie unterwegs \u2013 und deshalb bin ich hier mit an Bord.<\/p>\n<p>Ebenfalls aus Baden mit dabei ist M\u00e4nni. Guido und M\u00e4nni kennen sich schon ewig. Sie sind beide Mitglieder in irgendeinem Verein in Breisach und haben auch schon einige T\u00f6rns zusammen gesegelt. M\u00e4nni ist eher zur\u00fcckhaltend und pflegt einen Sinn f\u00fcr englischen Humor. Er segelt erst seit 4 Jahren, zeigt sich an nautischen Themen aber immer interessiert. Leider wird er nur bis Amsterdam an Bord bleiben und dann durch <em>Ronny<\/em>&nbsp;ersetzt.<\/p>\n<p>Unser dritter Mann ist Thomas. Wir beide sind schon ein paar Mal miteinander im Englischen Kanal auf T\u00f6rn gewesen und deshalb habe ich ihn hier mit an Bord gebracht. Thomas kommt urspr\u00fcnglich aus Rostock und ist vor vielen Jahren als junger Funker auf einem DDR-Minenr\u00e4umer gefahren. Seither hat er alle m\u00f6glichen Erfahrungen auf Yachten gesammelt. Neben dem Segeln hat er noch eine zweite Leidenschaft, n\u00e4mlich Bilder zu machen. Er hat eine Gopro, eine Vollformatkamera und eine Drohne dabei. Thomas will diesen T\u00f6rn also ins rechte Bild setzen, gerne h\u00e4lt er einem dazu beim Essen die Gopro ins Gesicht, weil es ja auch pers\u00f6nliche Bilder braucht. Er verbringt an Bord einen Teil seiner Zeit mit der Postproduktion, zur Freude Guidos, der die entstandenen Clips in seinem <a href=\"http:\/\/www.imperia-sail.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Blog<\/a> hoch laden kann.<\/p>\n<p>Ich bin auf diesem T\u00f6rn Lotse und Teilzeit-Smutje. Ist nicht immer ganz leicht, wenn man \u00fcber 100.000 Meilen als Skipper im Kielwasser hat. Hat aber auch gewisse Vorteile. Ich bin die Tour in den letzten Jahren etliche Male gesegelt, nur die Themse kenne ich noch nicht.&nbsp;Interessant ist hier an Bord f\u00fcr mich auf jeden Fall die Mischung: Badenser und Nordeutsche auf einem Boot. Da gibts von Haus aus ein paar Unterschiede. F\u00fcr die ist ein Boot ja nur \u201e a B\u00f6tle\u201c, und nat\u00fcrlich sind sie irgendwie quirliger als wir. Ich habe kein Problem&nbsp;damit. Wenn man Vielfalt nicht zu sch\u00e4tzen wei\u00df, kann man gleich zu Hause bleiben.<\/p>\n<p><strong>15.05.18, Nordsee, Niederlande, K\u00fcstenverkehrszone<\/strong><\/p>\n<p>Mittlerweile haben wir die Insel Texel hinter uns. Leider spinnt die Rollreffanlage wieder. Technische Probleme geh\u00f6ren aber zur Seefahrt, wie das Warten; Schiffe sind komplexe Gegenst\u00e4nde, oder gar Lebewesen? Auf jeden Fall sind sie in den letzten Jahren immer komplizierter geworden, weshalb ich mir manchmal ein Wikingerboot w\u00fcnsche und ein paar hart gesottene M\u00e4nner. Keinen Motor, nur Ruder, und \u00fcberhaupt keine Elektrik, die ist im Salzwasser doch zu anf\u00e4llig. Wenn der Wind nicht stimmt, wird gepullt. Toilette geht \u00fcber Bord und gekocht wird unterm Dreibein.<\/p>\n<p>Bei uns wird gerade nicht gerudert, sondern motort. 90 Dezibel. Ich schreibe &nbsp;mit Ohropax; unsere Kabine befindet sich neben der Maschine.<\/p>\n<p>Gegen Mitternacht werden wir in Ijmuiden einlaufen.<\/p>\n<p><strong>16.05.2018 Amsterdam<\/strong><\/p>\n<p>Gestern sind wir bei Regen und Wind durch die Zuidersluis gegangen. Als wir den Nordzeekanal befuhren riss der Himmel auf. Amsterdam empfing uns mit Sonnenschein und einer kalten Brise. Die Marina&nbsp;liegt zwischen einer \u00d6lbohrinsel-Werft und atemberaubender Architektur. Das Ganze ist in Amsterdam-Noord, unweit der ehemaligen NDSM-Schiffswerft, die heute von K\u00fcnstlern genutzt wird und als Zentrum der Hipster gilt. Sch\u00f6ner Kontrast zum Touristen-Gedr\u00e4nge im eher musealen Teil der Stadt, auf der anderen Seite des Kanals.&nbsp;Wir sehen uns an beiden Ufern um, dann geht&#8217;s auf den n\u00e4chsten Schlag nach London.<!--nextpage--><\/p>\n<p>Es gab den geplanten Crewwechsel. M\u00e4nni ging und Ronny kam. Er ist Arzt in Berlin, wir reisen jetzt sogar mit medizinischer Begleitung.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Abend querten wir die M\u00fcndung der Maas, das Fahrwasser Rotterdams, diese von riesenhaften Deichen gesch\u00fctzte Festung des Welthandels. Wie an der Perlenschnur rauschen Tanker, Frachtschiffe, F\u00e4hren und Baggerfahrzeuge ein und aus, und \u00fcber allem wacht <em>Maas Entrance<\/em>, die Verkehrsaufsicht. Von dort funkt man mit einer erstaunlichen H\u00f6flichkeit: \u201eGood afternoon Imperia, please keep your speed and course and stand by on channel 3!\u201d, \u201eSailing Yacht Imperia, could you now change your course a little bit to starboard?\u201c, \u201eGood bye Sir &#8211; have a safe passage!\u201c.<\/p>\n<p>Um danach weiter gen London zu kommen sah mein Plan vor, s\u00fcdlich des Rotterdam betreffenden Verkehrs nach Westen zu segeln; ich hatte auf einer &nbsp;fast aktuellen britischen \u00adPapierseekarte eine blaue Linie als daf\u00fcr vorgeschlagene Yacht-Route nach England entdeckt. Zwar f\u00fchrte diese auch durch ein Gebiet, wo nun Windparks liegen, aber dazwischen gibt es, laut einer elektronischen Karte, noch immer eine L\u00fccke. Diese war fast zwei Meilen breit, dort m\u00fcssten wir doch eigentlich hindurch passen. Ich wollte unbedingt vermeiden noch weiter nach S\u00fcden zu kommen, in die H\u00f6lle des Fahrtenseglers: Die Verkehrswege von Antwerpen, Vlissingen, Zeebr\u00fcgge und das sie umgebende seichte, tr\u00fcbe und zu schnell str\u00f6mende Nordseewasser.<\/p>\n<p>Ich war allein an Deck, der Rest der Crew schien zu schlafen. Etwa eine Stunde vor Mitternacht konnte ich die 30 Meilen vor der K\u00fcste im Gleichtakt &nbsp;rot blinkenden Windr\u00e4der sehen. Seit einiger Zeit war vor dem Windpark noch ein helles, wei\u00dfes Licht dazu gekommen, das sich nicht ver\u00e4nderte und das ich nicht zuordnen konnte, da unser AIS seit Amsterdam keine &#8220;Gegner&#8221; mehr anzeigte. Dann knisterte und rauschte es im Funk. Der Spruch klang nach Darth Vader:<\/p>\n<p>\u201eSailing Vessels on position 51 degrees 40 minutes North and 002 degrees 56 minutes East: This is Guard Vessel Assessor, you are entering a restricted area!!\u201c.<\/p>\n<p>Ich entgegnete, dass ich nur durch die vorhandene L\u00fccke im Windpark segeln wollte, ohne jemanden zu behindern.&nbsp;<em>Assessor<\/em>&nbsp;ging aber mit keinem Wort darauf ein und wiederholte seine Ansage nur, in noch sch\u00e4rferem Ton. Es &nbsp;rauschte und knackte. Ich blieb ebenso stur und hielt Kurs. Assesor funkte nun: \u201eSailing Vessel, turn away!!\u201c. Kurz darauf schaltete sich auch noch ein \u201eTraffic Center\u201c ein, das mich ebenfalls aufforderte zu verschwinden.<\/p>\n<p>Ich gab auf.&nbsp;Schweren Herzens \u00e4nderte ich den Kurs nach S\u00fcdost, um den &nbsp;f\u00fcnfzehn Meilen breiten Windpark zu umfahren. Ein Riesenumweg. Blieb nur zu hoffen, dass sich in dem daran anschlie\u00dfenden Milit\u00e4rgebiet gerade keine \u00dcbung abspielte.<\/p>\n<p>Gro\u00dfschifffahrtsrouten, \u00d6lbohrinseln, Milit\u00e4rgebiete, Windkraft. Es wird immer schlimmer.&nbsp;Ich hab ja nichts gegen Windkraft, aber Barrieren von f\u00fcnfzehn Meilen, durch die man nicht mehr durchkommt? Das l\u00e4sst mich von Zeiten tr\u00e4umen, als man die Nordsee noch frei befahren konnte, wie die Freibeuter.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Poseidon, lass diese Zeiten wiederkommen und \u00d6lbohrplattformen, Containerschiffe und VTG-Fahrwassertonnen irgendwo verotten!&nbsp;Denn wenn es so weiter geht, gibt es ja bald nur noch Korridore. Aber wie will man in solchen denn bitte noch segeln?<\/p>\n<p>Irgendwie schafften wir es bis zum Morgen zur Themsem\u00fcndung. Ich war daran bisher immer vor\u00fcber gesegelt, und auch diesmal habe ich es wieder versucht, indem ich Guido, den Eigner und Skipper der Imperia, beil\u00e4ufig darauf hinwies, dass man Brighton ja auch \u201eLondon by the Sea\u201c nenne, und wir &#8211; unter Verzicht auf London &#8211; zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen k\u00f6nnten: N\u00e4mlich: Fast nach London zu kommen und unserem Ziel Lissabon ein gutes St\u00fcck n\u00e4her. Guido ist aber nicht der Typ, der sich durch praktische Ratschl\u00e4ge von lange gehegten Vorhaben abbringen l\u00e4sst, das ist mir da klar geworden.<\/p>\n<p>Und so fuhren wir am strahlend blauen Morgen der Prinzenhochzeit &#8211; Harry heiratete Meghan auf Schloss Windsor &#8211; durch den <em>Princes Channel<\/em>.<\/p>\n<p>Im S\u00fcden war die hohe K\u00fcste der Grafschaft Kent mit den South Downs zu sehen. Im Norden, wo East Anglia liegen musste, konnte man zwischen Land und See noch keinen Unterschied ausmachen. Wie durch einen riesigen Trichter schob und zog uns die Flut auf die 50 Meilen entfernte Metropole zu. Ich hatte keine Ahnung, ob die Dauer der Tide ausreichen w\u00fcrde, um ganz bis in das Herz der Stadt zu gelangen, oder ob wir vorher irgendwo w\u00fcrden festmachen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bei <em>Shivering Sands<\/em> erreichten wir das Hauptfahrwasser, wo vereinzelte Containerschiffe unterwegs waren. Drei Segelyachten querten nach S\u00fcden in einen Seitenarm, der die Halbinsel Medway abteilte. Laut Karte lag dort drinnen ein Flussh\u00e4fchen namens Queenborough, wo Yachten, die nach London wollen, abwarteten k\u00f6nnen, bis sie das haben, was die Engl\u00e4nder eine \u201efair tide\u201c nennen.<\/p>\n<p>Die Ufer kamen n\u00e4her, zun\u00e4chst als dunstige Streifen mit davor liegenden Watten, dann konnte man Orte erkennen. South-End-On-Sea, Leigh-On-Sea oder Cavey. Schlie\u00dflich wurde aus der Wasserw\u00fcste eine Flusslandschaft in den Marschen, \u00e4hnlich der Unterelbe. Ab Holehaven, wo Containerschiffe beladen wurden, waren die Ufer nur noch ein paar Kabell\u00e4ngen voneinander entfernt.<\/p>\n<p>Unser Ratgeber an Bord war ein zwei Jahre alter <em>Reeds Nautical Almanach<\/em>, den ich hin und her w\u00e4lzte, um herauszukriegen, wo wir die Nacht verbringen konnten. Schon in Amsterdam hatte ein Marinero auf meine Frage hin, ob London mit einer Yacht gut machbar w\u00e4re, geantwortet: \u201eNormalerweise schon, aber mit der k\u00f6niglichen Hochzeit &#8211; das k\u00f6nnte schwierig werden\u2026!\u201c. Und so kam es dann auch: Ich telefonierte s\u00e4mtliche Marinas durch: Saint Katharines Haven, Limehouse, Poplar Docks, Gallions Point, South Dock Marina &#8211; es gibt ja nur eine Hand voll. Stets erhielt ich die gleiche Antwort: \u201eSorry, we are full &#8211; Sir, you know&#8230;the Royal Wedding\u2026!\u201c<\/p>\n<p>Ich fand im Reeds auch noch die Telefonnummer eines <em>River-Service<\/em>, der f\u00fcr im Fluss liegende Mooring-Tonnen und sonstige Anleger zust\u00e4ndig war. Dort meldete sich der mir unbekannte <em>Steve<\/em>, der zwar ein offenes Ohr f\u00fcr uns hatte, aber keinen Liegeplatz. Als er mitbekam, dass wir trotz fehlender Reservierung weiter auf London zuhielten, wirkte er besorgt. Und als er h\u00f6rte, dass wir South-End-On-Sea erst k\u00fcrzlich passiert hatten, noch besorgter.<\/p>\n<p>\u201eDa seid ihr erst! Guter Gott, da kommt ihr mit der Flut ja gar nicht bis nach London rein! Da wird Euch der Ebbstrom ja vorher ausbremsen. Vielleicht schafft ihr es ja noch bis Gravesend\u2026 ja, geht am besten nach Gravesend!\u201c<\/p>\n<p>Als wir ein halbe Stunde sp\u00e4ter an Gravesend vorbeifuhren, wo ein paar Mooring-Tonnen lagen, zeigte Guido kein Interesse daran Steves Rat anzunehmen.<\/p>\n<p>\u201eWir werden schon etwas finden in der Stadt\u201c, sagte er unbeirrt.<\/p>\n<p>Ich war nerv\u00f6s, denn im <em>Reeds<\/em> stand, dass s\u00e4mtliche H\u00e4fen in der City of London nur um Hochwasser herum ihre Schleusen \u00f6ffnen. Schon eineinhalb Stunden danach ist alles wieder zu, weil die Zug\u00e4nge bei Ebbe trocken fallen. Es lie\u00df sich ausrechnen, dass wir zu sp\u00e4t eintreffem w\u00fcrden. Wohin also mit dem 50 Fu\u00df Schiff mit fast 2 \u00bd Meter Tiefgang? Der Gedanke, mit einer Yacht in einem uneinladenden Revier heimatlos zu sein stresst mich irgendwie. Habe ich vielleicht schon zu oft erlebt: Zum Beispiel weil ein Hafen voll ist, oder weil man zu viel Tiefgang hat, oder weil die Ansteuerung bei Welle \u00fcber ein Flach zu riskant ist und man drau\u00dfen bleiben mu\u00df. Hier war ich zwar nur der angeheuerte Lotse und nicht verantwortlich, aber ich sa\u00df auch im selben Boot. Guido in seiner nassforschen, badischen Art blieb entspannt und der Gashebel zeigte noch immer nach vorn, auf das Zentrum von London zu.<\/p>\n<p>Bei sinkender Sonne unterfuhren wir die <em>Queen Elisabeth II<\/em>-Br\u00fccke, kamen am Coldharbour Point vorbei, den Rainham Marshes, auch an einigen Ankerpl\u00e4tzen und Mooringbojen, an denen kleinere Yachten hingen, und an denen ich vielleicht festgemacht h\u00e4tte. Aber wir fuhren vorbei; auf einem Schiff kann nur einer das Sagen haben, und dieser hatte entschieden, dass wir es drauf ankommen lassen w\u00fcrden.&nbsp;<\/p>\n<p>Am Abend kamen wir an die <em>Thamse Barrier<\/em>, das Sperrwerk, das London im Bedarfsfall vor den Nordseefluten sch\u00fctzen soll. Die Tr\u00e4ger sehen aus wie riesige, spanische Ritterhelme. Um es zu durchfahren, muss man sich \u00fcber Funk bei London <strong>V<\/strong>(essel)<strong>T<\/strong>(raffic)<strong>S<\/strong>(ervice) anmelden und bekommt dann ein <em>Span<\/em> zugeteilt. Da die Liegeplatzfrage noch immer offen war und es schon d\u00e4mmerte, schoben wir unserer Anmeldung hinterher, dass wir nicht w\u00fcssten, wo wir bleiben k\u00f6nnten \u2013 s\u00e4mtliche Marinas w\u00e4ren voll. London VTS bat sich eine kurze Bedenkzeit aus, dann funkten sie zur\u00fcck, dass sie uns leider nur eine Mooringtonne anbieten k\u00f6nnen, \u00f6stlich des alten Whoolwhich-Ferry-North Pier, etwa eine Meile stromabw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Wir machten uns auf den Weg und fanden bald eine riesige, gelbe Stahltonne, die im rei\u00dfenden Ebbstrom pendelte. Nach dem dritten Versuch, bekamen wir eine Leine \u00fcber eine Klampe geworfen und hingen nun im Strom. Keine sch\u00f6ne Aussicht f\u00fcr die Nacht. Was w\u00fcrde eigentlich passieren, wenn die Tide kenterte, werden wir die Tonne dann rammen? Guido sorgte sich um sein Schiff. Ich maulte, dass wir ja l\u00e4ngst irgendwo h\u00e4tten ankern k\u00f6nnen. Wir riefen London VTS erneut an und schilderten unsere Bedenken. Nach kurzer Pause kamen sie mit dem Vorschlag, dass wir an einer nahen Schute festmachen k\u00f6nnen, die an einem ausgemusterten Ausflugsdampfer h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>So verbrachten wir die Nacht mit doppelten Leinen l\u00e4ngsseits der Schute. Aufgrund des vorbei gurgelnden Wassers wachte ich nachts mal auf, aber wir lagen ganz gut. Der Punkt ging an den Eigner, der es hatte drauf ankommen lassen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen warfen wir noch vor Sonnenaufgang die Leinen los, um das Hochwasser zum Einlaufen nicht zu verpassen. Wir machten uns auf die letzten sechs Meilen hinauf zur Tower Bridge. Kein anderes Schiff war auf dem Flu\u00df unterwegs, auch am Ufer war kein Mensch zu sehen; die gesamte Stadt schien den Rausch der Prinzen-Hochzeit auszuschlafen.<\/p>\n<p>Wir umrundeten die Isle of Dogs, auf der die T\u00fcrme des Bankenviertel funkelten, als seien sie aus purem Gold. Dann eine Batterie alter Werften: Paynes, Convoys, Roses, Fergusons, Brown Winkleys, Snowdens, Atlas und nat\u00fcrlich die legend\u00e4re Gibsy Moth IV, ein Rahsegler aus der gro\u00dfen Zeit des <em>British Empire<\/em>.<\/p>\n<p>Endlich erreichten wir die Tower Bridge. Das altehrw\u00fcrdige St. Katharina Dock gab uns gr\u00fcnes Licht. Man war bereit uns zu schleusen.<\/p>\n<p><strong>60 Meilen n\u00f6rdlich von A Coruna, an der Kante zum Kontinentalschelf<\/strong><\/p>\n<p>Meine neunte Biskaya-\u00dcberquerung in drei Jahren. So oft war ich in dieser Zeit nicht auf der Alster unterwegs. Wir haben die Strecke ja bald hinter uns. Voraussichtlich muss man sagen \u2013 man wei\u00df ja nie.<\/p>\n<p>Vor einer Woche haben wir in London die Leinen losgeworfen, nachdem wir einen Tag in der Stadt verbrachten. Was ist seitdem passiert?&nbsp;&nbsp;Mit Hilfe des Ebbstroms sind wir das lange Ende aus der Themse wieder heraus gekommen, dann an Dover vorbei gesegelt und quer \u00fcber den \u00c4rmelkanal nach Cherbourg. Dort haben wir in Rekordzeit (2 Tage) die Rollreffanlage tauschen lassen, nachdem sie wieder \u00c4rger machte. Wir sind weiter nach Westen vorgedrungen und waren f\u00fcr eine Nacht in Brest, wo ich rein zuf\u00e4llig ein Metal-Konzert der Gruppe Shadyon gesehen habe, weil ich &#8211; wie immer in Brest &#8211; auf einen Drink im legend\u00e4ren Hotel Vauban einkehrte. Und sonst? Es sind beinahe 2 Tage vergangen seit dem Verlassen der&nbsp;<em>Iroise See<\/em>. Die Biskaya war \u00fcberwiegend schwachwindig. Phasenweise sind wir gut gesegelt. Wie immer bei l\u00e4ngeren Strecken, wenn die Maschine \u00f6fter l\u00e4uft, zieht es sich nun etwas. Klar, man kann froh sein, wenn man hier heil durchkommt, aber segeln ist doch etwas anderes. Je mehr Jahre ich auf dem Wasser bin, desto h\u00f6her steigt meine Achtung vor Seeleuten aus vergangenen Zeiten, die keinen Motor hatten, keine Elektronik, keine genauen Seekarten, keinen Seewetterbericht. Oft lagen sie in der Flaute, oder segelten mit ein, zwei Knoten. Da wird sich die Zeit auch gedehnt haben. So viele M\u00e4nner auf engem Raum. Und wenn in der Biskaya dann S\u00fcdwestwind aufkam, konnte man sich \u00fcberlegen, was man daraus machte. Zur\u00fcck in den Englischen Kanal oder tapfer versuchen, die H\u00f6he zu halten. Das ist auf einem Rahsegler ja nicht so leicht, weswegen diese Versuche manchmal scheiterten und den Schreckens-Mythos dieser Bucht begr\u00fcndet haben.<\/p>\n<p>Auf Langfahrt hat man heute doch meist eher menschliche Klippen zu umschiffen. Oder Flachs. Ist nicht immer leicht, auf engstem Raum, tagelang. Jeder ist anders, da braucht es Toleranz, sonst bauen sich Spannungen auf. Es ist gut, wenn man wei\u00df, wie man diese wieder abbaut. Muss ja auch nicht zu harmonisch sein, ist ja kein Streichelzoo. Gut ist auf jeden Fall, wenn man sich irgendwie zur\u00fcckziehen und selbst besch\u00e4ftigen kann. Wenn man was dabei hat, womit man sich die Zeit vertreibt. Thomas schneidet Videoclips auf dem Ipad, da ist ein richtiger Nebenjob; von jedem Abschnitt der Reise soll es einen geben. Guido schreibt sein Tagebuch und seinen Blog. Au\u00dferdem h\u00e4lt er sein Boot in Schuss, da liegt immer was an. Und Ronny, unser Schiffsarzt, genie\u00dft ganz ungeniert, dass er mal Zeit hat, die Seele baumeln zu lassen. Ich la\u00df die Seele auch mal baumeln, lese, oder schreibe das hier auf, damit ihr Landratten wi\u00dft, was einem hier drau\u00dfen durch den Kopf geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie war das? Endlich Land in Sicht!<!--nextpage--><\/p>\n<p>Dienstag, 29. Mai 2018, zwischen A Coru\u00f1a und Vigo<\/p>\n<p>Nach der Biskaya sind wir am Abend in A Coru\u00f1a eingelaufen. Wir h\u00e4tten auch gleich die Ria de Vigo ansteuern k\u00f6nnen und w\u00e4ren dann ein ganzes St\u00fcck weiter s\u00fcdlich gewesen, aber unser Skipper wollte die nordwestlichste spanische Stadt nicht auslassen. Er hat in letzter Zeit viel \u00fcber das Thema <em>Langfahrtsegeln<\/em> gelesen und in diesen Kreisen hat der Name <em>A Coru<\/em><em>\u00f1<\/em><em>a<\/em> als Ankunfts- oder Absprunghafen \u00fcber die Biskaya einen gewissen Klang. Ich habe dort inzwischen ein paar Mal festgemacht und h\u00e4nge auch irgendwie an dieser Stadt. Zumindest stand ich beim Abschied bisher jedes Mal&nbsp;an Deck und schaute etwas wehm\u00fctig ihrer Silhouette hinterher, aus der der m\u00e4chtige <em>Torre de Hercules<\/em> ragt.&nbsp;Diesmal wollte ich herausfinden, was mich eigentlich so fesselt. Anna, eine Einheimische, die ich auf einer fr\u00fcheren Reise kennengelernt hatte, hatte spontan Zeit. Wir gingen spazieren und sie erz\u00e4hlte mir, dass die <em>Gallegos<\/em> unter den Spaniern als verschlossen und k\u00fchl gelten. Und dass es in Galizien im Sommer oft monatelang warm sei, aber nie hei\u00df. Im Winter sch\u00fctte es daf\u00fcr manchmal einen Monat lang wie aus Eimern. Dem Einfluss des Ozeans k\u00f6nne man sich hier nicht entziehen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist es der in dieser ausgelieferten Lage gewachsene, spr\u00f6de Charme der Bewohner, der mich anzieht. Verschlossene Menschen sind mir aus Hamburg ja vertraut. Die Zur\u00fcckhaltung der Coru\u00f1er zeigt sich auch in den Fassaden, wo vor die gemauerten noch h\u00f6lzerne <em>Galerias<\/em> mit Fenstern gesetzt sind, die die W\u00e4rme halten sollen, aber auch wie eine Barriere wirken.<\/p>\n<p>Meine Freundin erz\u00e4hlte, dass sie vor einiger Zeit nach Belgien gezogen sei, in die N\u00e4he von L\u00fcttich. Sie habe es aber nicht lange ausgehalten auf dem platten Land, das Meer habe ihr zu sehr gefehlt.&nbsp;Die Stadt liegt zum Teil auf der Landbr\u00fccke einer Halbinsel. Auf der Binnenseite der Hafen mit seiner Hochseefischerflotte, den Schleppern, Lotsenbooten, Containerschiffen und Yachten. Auf der anderen Seite, keinen halben Kilometer entfernt, der Praia de Riazor: Ein breiter, von hoch aufragenden Geb\u00e4uden umschlossener Strand mit salzigem Meerwasser, im Wechsel der Gezeiten, eine offene Grenze zwischen Stadt und Wildnis des Ozeans.<\/p>\n<p>Ich bin etwas schwimms\u00fcchtig und nutze auf T\u00f6rn fast jede Gelegenheit dieser legalen Droge&nbsp;nachzugehen. Meine Freundin hatte mir das <em>Casa del Agua<\/em> empfohlen, eine Schwimmhalle im S\u00fcden der Stadt. Auf dem Weg dahin kreuzte eine Surferin meinen Weg, bereits im Wetsuit, das Brett unterm Arm. Ich bog ab, um zu sehen, wo sie denn surfte. Bald stand ich auf der Promenade und sah den Wellenreitern zu. Weiter links fiel mir ein Mann auf, der im Meer planschte, als h\u00e4tte die Wassertemperatur nicht 14 sondern 25 Grad. Ich verwarf die Schwimmhalle und schwamm bei Ebbe zwischen Felsen und Kelp hin und her, im frischen, aufgew\u00fchlten Atlantik. Nur Minuten vorher hatte ich im Cafe &#8220;Desde la puerta los sables&#8221; gesessen, zwischen &nbsp;Gro\u00dfstadthipstern. So was gibt es in A Coru\u00f1a.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag 31.Mai 2018<\/strong><\/p>\n<p><strong>12 Meilen n\u00f6rdlich der Berlengas, Nazar\u00e8 querab<\/strong><\/p>\n<p>Blaues Wasser unterm Kiel, endlich Wind. Wir waren auf dieser Tour ja nicht gerade vom Sturm heimgesucht. Will man auch nicht, zuviel Wind hatte ich hier ja letztens schon, aber eine Brise kann man vom Atlantik doch wohl erwarten.<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tten wir Rasmus\/Poseidon\/Neptun am Anfang doch ein Trankopfer bringen sollen. Ist n\u00e4mlich nicht geschehen, weil unser Skipper den Brauch nicht kennt. Man kann ja zu solchem Aberglauben stehen wie man will: Wenn man ihn beachtet, kann es zumindest nicht daran liegen.<\/p>\n<p>Noch 80 Meilen bis Lissabon. Wir haben das Ende der Tour vor Augen. Ich will hier lieber kein Fazit ziehen, noch sind wir ja nicht da. Sieht aber so aus, als ob wir den 1.800 Meilen T\u00f6rn morgen miteinander zu Ende bringen werden. Zwischenzeitlich war ich mir nicht ganz sicher, ob alle an Bord bleiben.&nbsp;Was meinte mein Skipper-Kollege Rainer Tatenhorst neulich am Telefon: Auf Langfahrt gibt\u2019s ja immer Stress, ist fast unvermeidlich: Die Enge, in der unterschiedliche Prinzipien aufeinanderprallen: Politische, religi\u00f6se und moralische Ansichten. Und dann die Dynamik der Reise, des Wetters, der Technik, die alles aufmischt&#8230;&nbsp;Von offenen Konflikten sind wir auf dieser Tour gl\u00fccklicherweise verschont geblieben. Ich kann sogar sagen, dass wir uns zusammengerauft haben und jetzt als Crew zu gebrauchen sind. <em>Norming, storming, forming, performing.<\/em> Diese vier Phasen hat mir eine britische Skipper-Psychologin als Standardentwicklung bei Teams gesteckt. Wir hier an Bord sind in der letzten Stufen angekommen: Jeder hat erfahren, wo die Grenzen des anderen liegen und respektiert sie.&nbsp;Wir wissen auch, dass wir uns aufeinander verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schade eigentlich \u2013 jetzt wo wir auseinandergehen, k\u00f6nnten wir sonstwo zusammen hinsegeln.<\/p>\n<p>1. Juni 2018, Lisboa<\/p>\n<p>3 Wochen nach Fehmarnsund sind wir den Tejo rauf, bis hinter das Zentrum Lisboas. Dort, im Parque das Nacoes liegt die <em>Imperia<\/em> nun sicher vert\u00e4ut. Sieht nett aus die Gegend, ich w\u00fcrde mich hier gern mal umsehen, aber wir wuchten unsere Sees\u00e4cke von Bord und lassen den Skipper allein. Wir w\u00fcnschen ihm alles Gute f\u00fcr die Tour um die Welt \u2013 bis hier hat doch alles gut geklappt!<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Rainer Holtorff Ein Yacht\u00fcberf\u00fchrung von der Ostsee nach Lissabon verl\u00e4uft normalerweise auf direktem Weg. 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