{"id":32846,"date":"2018-04-24T18:44:18","date_gmt":"2018-04-24T16:44:18","guid":{"rendered":"https:\/\/yachtskipper.eu\/yachtueberfuehrung-ligurien-griechenland-hr-49\/"},"modified":"2022-05-23T10:28:02","modified_gmt":"2022-05-23T08:28:02","slug":"yachtueberfuehrung-ligurien-griechenland-hr-49","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/yachtueberfuehrung-ligurien-griechenland-hr-49\/","title":{"rendered":"Yacht\u00fcberf\u00fchrung Ligurien &#8211; Griechenland"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:104%;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Von Rainer Holtorff<\/p>\n<p>Ischia, Italien, 31. M\u00e4rz 2018<\/p>\n<p>Mein Ratschlag, die Gro\u00dfwetterlage zu beachten, wurde durch einen fixen Termin in den Wind geschrieben, das hat uns ganz sch\u00f6n durchger\u00fcttelt,&nbsp;doch der Reihe nach:<\/p>\n<p>Ich bin ein paar Tage vor Ostern nach La Spezia gereist, um&nbsp;einen \u00dcberf\u00fchrungst\u00f6rn nach Ku\u015fadas\u0131 bis Westgriechenland zu begleiten. Die gepflegte Hallberg-Rassy 49 war verkauft worden. Die Papiere waren abgewickelt, nun stand die \u00dcbergabe der Yacht an. Von italienischer Seite erscheinen Andrea, der Sohn des bisherigen Eigners und Davide, ein Freund der Familie, der das Schiff ebenfalls kennt. Es gibt jede Menge Technik an Bord: Einen 140 PS Turbodiesel, einen Kohler-Generator,&nbsp;6 E-Winschen,&nbsp;eine E-Rollreffanlage, elektrische WC\u2019s, 3 Kartenplotter, einen hydraulischen Autopiloten, eine automatische Passarella, einen Gefrierschrank, ein hydraulisches Bugstrahlruder, eine Waschmaschine, diverse Lichtmaschinen, verschiedene Spannungen, einen&nbsp;Inverter,&nbsp;neue North 3DL-Segel, ein Stagsegel, einen Gennaker und so einiges mehr &#8230;<\/p>\n<p>Alles wurde ausprobiert, es dauerte \u00fcber einen halben Tag.&nbsp;Als wir danach auf dem Steg standen fiel mir auf, dass Andrea rot angelaufen war. Ich fragte ihn, ob ihm der Abschied irgendwie schwer falle, da brach es aus ihm heraus:<\/p>\n<p>\u201eI was born on her, I grew up on her, practically\u2026\u201c<\/p>\n<p>Es war seine, ihre Cinderella, die so alt war wie er selbst, und die er nun zum letzten Mal sah, weil sein Vater sie verkauft hatte, verkaufen musste, und die demn\u00e4chst von drei Deutschen davon gesegelt w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n<p>Gesagt getan. Am n\u00e4chsten Mittag warfen wir die Leinen los, um die ersten 450 Meilen nach Messina zu bew\u00e4ltigen. Unser Problem waren ein starker S\u00fcdostwind und 3 Meter Welle; der direkte Weg war also gar nicht m\u00f6glich. Unsere einzige Chance: In einem langen Kreuzschlag Richtung Korsika\/Sardinien zu segeln, um dort auf g\u00fcnstigere Winde zu hoffen.&nbsp;<\/p>\n<p>Schon bei den ersten Ruderbewegungen wurde mir klar, dass sich diese Yacht wie ein Tanker f\u00e4hrt. Kein Wunder: Au\u00dfer den 1.4 Tonnen Wasser und 700 Litern Diesel hatten wir noch jede Menge Ausr\u00fcstung mit an Bord, die vorher in einem Schuppen in La Spezia gelagert hatte.<\/p>\n<p>Als wir aus der Bucht fuhren rollte uns die D\u00fcnung entgegen.&nbsp;Ich hatte gedacht, dass dieses Schiff, ob seines schieren Gewichtes, eine Art schwimmende Festung w\u00e4re, aber die Rassy machte Bockspr\u00fcnge, als wir sie motorsegelnd gegen die Wellen vorantrieben.<\/p>\n<p>So passierten wir am Abend die Insel Gorgona, und erreichten den Canal de Corse, zwischen Capraia und dem Cap de Corse, gegen Mitternacht. Bei Flaute zogen wir am Morgen an den verschneiten Gipfeln Korsikas entlang gen S\u00fcden, passierten am fr\u00fchen Nachmittag die Stra\u00dfe von Bonifacio, aus der es wie \u00fcblich herauspfiff, und liefen noch bei Tageslicht in Olbia auf Sardinien ein, um zu tanken &#8211; immerhin hatten wir bis dahin 30 Stunden motort. Ich hoffte, dass wir es dabei bewenden lassen w\u00fcrden, aber Lothar &#8211; der neue Eigner und mein Auftraggeber &#8211; wollte das Wetterfenster unbedingt nutzen, ehe am Wochenende ein Sturm \u00fcber das Tyrrhenische Meer hinweg fegen sollte. Ich konnte von Skippers Seite keine stichhaltigen Einw\u00e4nde vorbringen, und so einigten wir uns auf eine machbare Route nach Osten, r\u00fcber zum Italienischen Festland, etwa 200 Meilen.&nbsp;Capri wurde von mir als in der Ferne schillerndes Ziel ausgerufen und von Seiten Lothars mit imitieremden Fischergesang aufgenommen. Schon waren die Leinen geslipt, keine Stunde waren wir auf Sardinien gewesen.<\/p>\n<p>Als die Umrisse der Berge im D\u00e4mmerlicht versanken, konnten wir die Maschine endlich abschalten und liefen mit halben Wind bei vollem Mond nach Osten.&nbsp;<\/p>\n<p>Am Morgen kam der Wind wieder von vorne und wurde st\u00e4rker. Wilfried, unser dritter Mann im Bunde, steuerte das Schiff von Hand, weil der Autopilot seinen Kurs nicht mehr hielt. Meine Ma\u00dfnahmen, um dies zu \u00e4ndern (reffen von Gro\u00df und Genua, Reset des gesamten Systems) hatten keinen Erfolg. Nun war klar, dass wir auf den letzten einhundertzwanzig Meilen zum Kampanischen Archipel von Hand&nbsp;steuern&nbsp;w\u00fcrden. Doch damit nicht genug:&nbsp;Als n\u00e4chstes sackte die Genua ab, sie mu\u00dfte am Top gerissen sein. Wir bargen das Segel an Deck und verzurrten es.&nbsp;<\/p>\n<p>Etwas angeschlagen,&nbsp;31 Stunden nach Olbia,&nbsp;erreichten wir Ischia mitten in der Nacht. Beinahe 400 Meilen waren wir in zweieinhalb&nbsp;Tagen gesegelt, meist gegenan. Hundert Meilen mehr als es von La Spezia nach Ischia&nbsp;gewesen w\u00e4ren,&nbsp;bei geeignetem Wind. Aber wer hat denn&nbsp;heute&nbsp;auch schon die Zeit in einem Hafen zu warten, bis der richtige Wind weht. Da war man uns&nbsp;fr\u00fcher&nbsp;irgendwie voraus.<!--nextpage--><\/p>\n<p>Ischia zu Ostern war ja v\u00f6llig ungeplant, zwischen lauter R\u00f6mern und Neapolitanern, die dort ihre Ferien verbrachten, jeder mit eigenem Wagen, weswegen die Uferstra\u00dfe laut und gef\u00e4hrlich war. Neben unserer <em>Cinderella<\/em> habe ich nicht viel gesehen: Das Cafe am Platz, einen Weg hinauf zum geschlossenen <em>Hotel Paradiso<\/em>, und einen Blick auf Ischia Hafen, in das uns ein mit Menschen vollgestopfter Kleinbus brachte. Man hat uns aber freundlich aufgenommen, der Hafenmeister von Casamicciola erlie\u00df uns sogar noch eine halbe Nacht auf der Rechnung.<\/p>\n<p>Ganz anders ist es Lothar neulich mit einem anderen Schiff im St\u00e4dtchen Symi in der \u00c4g\u00e4is ergangen, die Geschichte hat er eben an Deck erz\u00e4hlt und ich kann sie hier nicht verschweigen:<\/p>\n<p>Als Doro und er ihren Anker lichten wollten, hatte dieser sich am Grund in einer anderen Kette verhakt. Sie sahen noch, dass alles an einem Stockanker hing, bekamen das Ganze aber ohne fremde Hilfe&nbsp;nicht&nbsp;&nbsp;heraus. Schr\u00e4g gegen\u00fcber des Ankerplatzes befand sich eine B\u00e4ckerei. Der B\u00e4cker, der auch Hobbytaucher war, bot sich an, die Ankerketten f\u00fcr sie zu klarieren. Sie einigten sich auf die Summe von hundert Euro und schlugen ein.&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit kam der Mann in einem feuerroten Powerboot angefahren, begleitet von seinem S\u00f6hnchen, der \u00e4hnlich rundlich war wie er selbst. Der B\u00e4cker hatte&nbsp;zun\u00e4chst&nbsp;M\u00fche, sich in seinen Taucheranzug zu zw\u00e4ngen und musste sich erst ein\u00f6len. Als er dann schlie\u00dflich abtauchte, hielt der Sohn das Schlauchboot auf Position. Es dauerte nicht lange, da war der Anker wieder frei. Stolz pr\u00e4sentierte der B\u00e4cker den Stockanker an der Kette. Als Lothar die vereinbarte Summe von hundert Euro \u00fcbergab, kam er auf die Idee, dass er den Stockanker&nbsp;ja&nbsp;auch mitnehmen k\u00f6nnte, immerhin hatte er die Bergung des schikan\u00f6sen Gegenstandes doch&nbsp;finanziert. Schnell wurde klar, dass dies dem B\u00e4cker nicht in den Kram passte &#8211; er bestand darauf, dass der Anker an Ort und Stelle bleiben m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Davon aufgebracht ging Dorothea zum Hafenpolizisten und erz\u00e4hlte von dem unglaublichen Vorfall. Der Hafenpolizist aber zuckte nur die Achseln und lie\u00df erkennen, dass diese Dinge nicht sein Bier waren. Und so fuhren Lothar und seine Frau ohne Stockanker aus Symi heraus, nicht aber, ohne ihre Lektion in Hafenwirtschaft bekommen zu haben.<\/p>\n<p>Auch auf Ischia stand die Summe von hundert Euro im Raum &#8211; f\u00fcr die Reparatur des ausgerissenen Genuatopp-Gurtbandes. Daf\u00fcr wurde das schwere Vorsegel aber auch am Karsamstag von drei kr\u00e4ftigen Insulanern abgeholt und am Ostersonntag Punkt zw\u00f6lf korrekt repariert wieder auf der Yacht abgeliefert, obwohl zeitgleich auf der Piazza von Casamicciola die Auferstehungsgeschichte Jesu mit Weihrauch und B\u00f6llersch\u00fcssen vor der gesamten Gemeinde zum Besten gegeben wurde. Zu dieser Zeit pfiff der angek\u00fcndigte Sturm \u00fcber den Kampanischen Archipel hinweg. Die F\u00e4hren hatten ihren Betrieb eingestellt. Wir nutzten den verbliebenen Tag f\u00fcr eine wahre Schrauberorgie: Wir richteten die Ankersicherung, nahmen einen Motorcheck vor, klarierten die Logge, setzten den hydraulischen Piloten wieder in Gang, korrigierten das NMEA-System der vernetzten Ger\u00e4te, zogen mich hoch auf den Mast &#8230;<\/p>\n<p>Derweil korrespondierten wir noch mit den Voreignern, um dieses und jenes fehlende Detail \u00fcber das Schiff herauszufinden.<\/p>\n<p>Zu allem \u00dcberfluss quittierte am Feierabend die Wasserpumpe ihren Dienst und hielt uns noch zwei Stunden auf Trab. Erst dann konnten wir, von technischem Ged\u00f6ns ersch\u00f6pft, sagen:<\/p>\n<p>&#8220;Wir sind wieder zum Auslaufen bereit!&#8221;<!--nextpage--><\/p>\n<p>Wenn uns gestern morgen jemand gesagt h\u00e4tte, dass wir die <em>Stra\u00dfe von Messina<\/em> heute nicht mehr erreichen w\u00fcrden, h\u00e4tten wir ihm einen Vogel gezeigt. Jetzt w\u00fcrden wir ihn einen erfahrenen Seemann nennen, hier kann man lesen warum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nacht auf der Fahrt vom <em>Kampanischen Archipel<\/em> zur <em>Stra\u00dfe von Messina<\/em> war ruhig verlaufen. Die See hatte sich gelegt, zuletzt jede Kontur verloren. Bei Sonnenaufgang, noch 50 Meilen n\u00f6rdlich der Stra\u00dfe, setzte Gegenwind ein. Erst nur eine Kr\u00e4uselung, dann Schaumkronen, sp\u00e4ter wuchsen die Wellen auf zwei Meter an. Gegen Mittag hatten sie dann schon drei Meter. Wenn der Rumpf der Cinderella eine brechende Welle traf, gab es einen Schlag. Gischt spritzte, der Schl\u00e4ge wurden es mehr. Wir hatten die Vorhersagen gesehen, wir wu\u00dften, dass n\u00f6rdlich von Messina bis zu 20 Knoten Gegenwind zu erwarten waren, westlich noch mehr als am Festland. Aus diesem Grund waren wir am letzten Abend einen \u00f6stlichen Bogen gefahren, hatten dann aber erneut direkten Kurs genommen, als der Wind weg war.<\/p>\n<p>Heute bewegte sich der Luftdruck keinen Milibar. Der Himmel blieb blau. Dennoch kam uns 20 Meilen vor der Stra\u00dfe Wind mit 48 Knoten entgegen. Das ist Sturmst\u00e4rke, aber wir haben es nicht ernst genommen: Wir vertrauten auf das st\u00e4bige Schiff und die Vorhersagen. Es konnte doch kein wirkliches Problem geben, nur ein paar verirrte B\u00f6en, die aus der Stra\u00dfe heraus pfiffen und irgendwie ihren Weg zu uns fanden. Wir haben uns auf die zwei Tage in Messina gefreut, wo wir warten wollten, bis der Nordwind einsetzt, der uns r\u00fcber&nbsp;bringen w\u00fcrde&nbsp;nach Griechenland<\/p>\n<p><em>Target Fixation<\/em> hei\u00dft das Ph\u00e4nomen, das man jungen Verkehrspiloten abzutrainieren versucht, damit diese nicht um jeden Preis an Pl\u00e4nen festhalten und Menschenleben gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>So eine <em>Zielfixierung<\/em> hatte anscheinend auch uns befallen. Denn selbst als durch die Luken des Vorschiffes schwallweise Wasser eindrang, weil die Dichtung dem Druck der das Deck flutenden Wellen nicht mehr stand hielt, r\u00e4umten wir nur die Matratzen zur Seite, legten ein paar Handt\u00fccher aus, den Schalter der Bilgepumpe um und&nbsp;blieben auf Kurs.<\/p>\n<p>Erst 10 Meilen vor der Stra\u00dfe schwante mir, dass der Tag ein b\u00f6ses Ende nehmen k\u00f6nnte, wenn wir die Zeichen jetzt nicht lasen. Es brauchte keine \u00dcberredung: So gern sie Messina besucht h\u00e4tten, meine Mitstreiter sahen sofort ein, dass es besser war sich am Kalabrischen Ufer zu verkriechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Laut Seekarte gab es nicht viele M\u00f6glichkeiten. Keine gr\u00f6\u00dfere Stadt, keine Huk &#8211; wir hielten auf eine aalglatte K\u00fcste zu. Sechs Meilen entfernt lag Gioia Tauro, ein Containerhafen, dessen Ladekr\u00e4ne man schon sehen konnte.&nbsp;Auf der Karte fand sich auch ein Becken f\u00fcr kleinere Boote.&nbsp;Keine verlockende Aussicht, aber da der Wind nicht nachgab war es uns nun egal.<\/p>\n<p>Wir liefen hinter einem Frachter in den Vorhafen ein und fanden unser Becken hinter einer Steinsch\u00fcttung, umgeben von Bauten, die wie DDR-Grenzgeb\u00e4ude aussahen. Mit einem Blick wurde uns klar, dass anlegen hier keinen Sinn machen w\u00fcrde. Es war viel zu eng und alle Liegepl\u00e4tze waren von Motorbooten belegt.<\/p>\n<p>Wir fuhren wieder raus auf die wogende See, hoffend, dass dieser T\u00f6rn nicht zum Spie\u00dfrutenlauf werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Aus der <em>Stra\u00dfe von Messina<\/em> pfiff es unver\u00e4ndert heraus. Nur in engem Abstand zum Ufer blieben wir verschont. Wir motorten weiter die K\u00fcste hinunter.&nbsp;Unsere n\u00e4chste Hoffnung, der Hafen <em>Palmi,<\/em>&nbsp;zerschlug sich, als er in Sicht kam. Auch zu eng, dazu noch in Lee, die Welle lief hinein, eine Ansteuerung w\u00e4re zu riskant gewesen. Eine Gruppe davor liegender Felsen, bei ruhigem Wetter vielleicht als Ankerplatz zu gebrauchen, bot ebenfalls keinen Schutz.<\/p>\n<p>Wir begannen uns mit dem Gedanken zu besch\u00e4ftigen, dass wir am Spann des italienischen Stiefels nichts mehr finden w\u00fcrden. Ein Blick auf die Karte sagte uns, dass der n\u00e4chste sichere Hafen 30 Meilen in Lee lag, noch hinterm Kap Vaticano.<\/p>\n<p>30 Meilen, die wir irgendwann auch wieder zur\u00fccksegeln w\u00fcrden. Es schien darauf hinauszulaufen, aber wir wollten noch nicht aufgeben. Wir fuhren weiter nach S\u00fcden.<\/p>\n<p>Wir passierten die Betonmole des n\u00e4chsten Hafens, hatten aber wenig Hoffnung auf geeigneten Schutz, zumal wir keinen einzigen Mast aufragen sahen. Wilfried bestand aber darauf, dass wir die Nase hinein stecken.&nbsp;<\/p>\n<p>Als wir um die Ecke bogen wurde es warm. Fischerboote lagen an Muringbojen mit den Hecks zur Pier. An der Landseite ragten Berge auf, bis in die H\u00f6he bewachsen. Am Ufer standen M\u00e4nner in Gruppen herum, einige angelten, Hobbysportler walkten die Mole ab. Ein Str\u00e4\u00dfchen, das von einem Berg herunter kam, endete hier. Es w\u00e4re uns recht gewesen, l\u00e4ngsseits an einen Fischerkahn zu gehen. Wir fragten jemanden, der an Deck stand, aber der zeigte nur auf die andere Ecke des Hafens. Dort war eine blau angemalte Pier. Als wir n\u00e4her kamen, stellten wir fest, dass es die Tankstelle des Hafens war, die Zapfs\u00e4ulen mit Planen abgedeckt. Wir legten an und atmeten auf: 31 Stunden nach Ischia waren wir wieder fest und es&nbsp;war vollkommen still.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Ort, zu dem dieser Hafen geh\u00f6rte, hie\u00df Bagnara Calabra. Ich erwartete, dass uns jemand mit viel Theater verscheuchen w\u00fcrde, das habe ich in Italien schon erlebt. Doch niemand kam, auch nach zwei Stunden nicht. Das f\u00fchlte sich fast wie ein Wunder an, nach unserer kleinen Odyssee.<\/p>\n<p>Ich ging los, um ein paar frische Lebensmittel zu besorgen. Im Hafen lag viel Zeugs rum. Ungekl\u00e4rte M\u00fcllecken, \u00d6llachen und kaputte Boote, die niemand mehr brauchte. In den Ort kam man \u00fcber einen H\u00fcgel, auf dem ein aragonischer Wehrturm stand.<\/p>\n<p>Das alte Bagnara Calabra liegt am Hang. Das neue ist in die Fl\u00e4chen zwischen Bergen und Strand gewachsen. Dort ist auch der Beton gescheiterter Bauprojekte zu sehen. Buden mit zerfetzten Fenstern und immer wieder M\u00fcll. Menschen, die viel Zeit haben, standen oder sa\u00dfen in der Nachmittagssonne an der Uferstra\u00dfe herum, zu zweit, zu dritt, ganze Familien, auch nach Geschlechtern getrennt. Ich schlenderte an ihnen vorbei und sie musterten mich aus dunklen Augen. Mir ging das Wort <a id=\"firstHeading\" name=\"firstHeading\"><\/a><em>\u2019Ndrangheta<\/em> durch den Kopf, vielleicht zu unrecht, aber nach bravem B\u00fcrgertum sah es hier wirklich nicht aus. Niemand, den ich ansprach, antwortete mir auf Englisch. Es kamen anscheinend keine Ausl\u00e4nder her. Ich hatte das Gef\u00fchl, im Vorstadtghetto einer Metropole gelandet zu sein, nur gab es die hier meilenweit nicht.<\/p>\n<p>In der Nacht, allein im stockdunklen Fischerhafen. Es war mucksm\u00e4uschenstill. Ich fragte mich, ob die <em>\u2019Ndrangheta<\/em> sich f\u00fcr ausl\u00e4ndische Segler interessierte. War da ein Ger\u00e4usch? Da waren doch Schritte! Ich drehte mich um und schlief wieder ein.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen stand die Guardia Costiera an unserem Heck in Gestalt eines sechzigj\u00e4hrigen Mannes, Typ Amtsvorsteher, und seiner jungen Kollegin, beide in Uniform. Lothar begann mit ihnen zu plaudern. Ich war mir nicht sicher, ob er den ernst der Lage begriff \u2013 denn das Wetter hatte sich ja nicht ge\u00e4ndert, der Wind pfiff noch immer aus der <i>Stretto de Messina<\/i>&nbsp;heraus. Der Beamte machte uns klar, dass dies kein Liegeplatz f\u00fcr Segelboote sei, und wir sofort zu verschwinden h\u00e4tten, es g\u00e4be in diesem Hafen nur Pl\u00e4tze f\u00fcr Fischer!&nbsp;<\/p>\n<p>Ich stammelte vom Kampf mit den Elementen und der Zuflucht, die wir brauchten und deutete zudem technische Probleme an. Wir erhielten Aufschub bis zum n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n<p>Zwei Tage blieben wir in Bagnara Calabbra. Ich fand es super dort. Die Stille und der kleine Urwald hinter dem Hafen. Der ungeschminkte Einblick in die Welt des Mezzogiorno. Wir h\u00e4tten dieses kalabrische Kaff doch nie freiwillig angelaufen, aber der Wind hatte uns hinein geweht. So ist es halt beim Segeln: \u201eIt brings you to places\u201c, wie der Engl\u00e4nder sagt.<!--nextpage--><\/p>\n<p>Als der S\u00fcdost nachlie\u00df, warfen wir die Leinen los. Die See n\u00f6rdlich von Messina hatte sich endlich beruhigt. Wir passierten die Reede Scylla und f\u00e4delten uns in den Verlauf des schlauchf\u00f6rmigen Gew\u00e4ssers ein.<\/p>\n<p>Am Vormittag machten wir in Messina fest, wo wir tanken und am Abend einen vierten Mann an Bord nehmen wollten. Als wir erfuhren, dass es im Hafen keine Tankstelle gab, sahen wir uns gezwungen, nach Reggio di Calabria zu verholen. Ich war etwas nerv\u00f6s, so zwischen Scylla und Charybdis spazieren zu fahren: Die Seemonster haben hier ja schon ganze Schiffe verschluckt, und selbst wenn man antike Legenden f\u00fcr Seemannsgarn h\u00e4lt, kann die Stra\u00dfe einem schnell zeigen, wie klein man ist. Und so w\u00e4hrte auch unsere Ruhe nur kurz: Der Nordwind wurde st\u00e4rker, und als ich die Hallberg-Rassy in die enge L\u00fccke der Tankstelle in Reggio hinein drehte, mu\u00dfte ich bereits h\u00f6llisch aufpassen, dass wir nicht vertrieben wurden. Die Leinen nahmen ein j\u00fcngerer und ein \u00e4lterer, hutzeliger Mann entgegen. Keiner von beiden hatte je von der Bedeutung einer Spring bei Starkwind geh\u00f6rt.&nbsp;Wir waren schon am Einf\u00fcllen des Diesels, da zog mich der \u00c4ltere an Land, hin zum Kofferraum eines alten Taxis. Er dr\u00fcckte mir eine Flasche Wein als <em>Geschenk<\/em> in die Hand und forderte mich auf, ein paar Laiber Peccorino-K\u00e4se von ihm zu kaufen. Da ich nicht wu\u00dfte, wie er mit dem Tankwart zusammenhing, und wir hofften, hier noch bis zum Eintreffen unseres vierten Mannes gedulded zu werden, nahm ich das Angebot an. Saviero, so hie\u00df der Taxifahrer, entpuppte sich als eine Art mobiler Yachtservice. Stolz zeigte er mir Eintr\u00e4ge \u00fcber ihn in britischen Revierf\u00fchrern, die er als Fotokopien bei sich trug. Er empfahl sich f\u00fcr jeden erdenklichen Wunsch und nahm mir die Zusage ab, ihn sp\u00e4ter anzurufen, falls wir Lebensmittel bunkern wollten. Dann fuhr er winkend davon. So geht es eben zu im Mezzogiorno, die Dinge verschwimmen irgendwie: Tankstellen, K\u00e4seh\u00e4ndler und Yachtservice werden eins.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da wir am Abend auf die 250 Meilen nach Griechenland gehen wollten, schliefen wir etwas vor. Sp\u00e4ter drehte ich noch eine Runde durch Reggio, diese von Kriegen, Erdbeben und Tsunamis heimgesuchte Stadt. Ich h\u00e4tte gern mehr gesehen, ich kann mich an solchen Orten richtig festsaugen, aber hier hatte ich keine Zeit und war bald wieder an Bord, um bei D\u00e4mmerung mit den anderen Strecktaue auszulegen und das Stagsegel anzuschlagen.<\/p>\n<p>Nachdem&nbsp;Dirk &#8211;&nbsp;unser vierter Mann &#8211; gekommen war, schob uns ein kr\u00e4ftiger Nordwind aus der Stra\u00dfe hinaus in die Nacht. Er verschwand wieder im Windschatten Kalabriens, um sp\u00e4ter, hinterm Kap Spartivento &nbsp;heftig zur\u00fcckzukommen. Ich fand das beunruhigend; der Starkwind sollte doch eigentlich erst am n\u00e4chsten Tag wehen, mitten auf dem Ionischen Meer. Tats\u00e4chlich legte sich der Wind wieder, es war also nur der letzte Gru\u00df Kalabriens gewesen, um ein Gebirge herum gepfiffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nacht verlief nach Plan. Thomas, unser Wettermann, der uns uns schon seit La Spezia aus Deutschland beriet, schrieb via Satellit, dass wir uns heute unbedingt ausruhen sollten; die n\u00e4chste Nacht h\u00e4tte es in sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn es ruhig zugeht auf Langfahrt ist es wunderbar. Man schl\u00e4ft, man wacht, man kocht, man i\u00dft: Das Leben ordnet sich einem Wachplan unter, der einem \u2013 vorausgesetzt die Crew ist zahlenm\u00e4\u00dfig stark genug &#8211; Zeit f\u00fcr alle m\u00f6glichen Dinge l\u00e4\u00dft. Dennoch versuche ich den Leuten immer klar zu machen, dass es gut ist, wenn sie ruhen; die Dinge k\u00f6nnen sich schnell \u00e4ndern: Das Wetter kann umschwenken, die Technik spielt verr\u00fcckt, oder jemand f\u00e4llt aus. Schon ist man gefordert, und daf\u00fcr m\u00fcssen dann Reserven da sein. Dass wir unsere auf diesem T\u00f6rn noch brauchen w\u00fcrden, habe ich da wohl schon geahnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Noch am fr\u00fchen Nachmittag des n\u00e4chsten Tages war es ruhig, Reggio war &nbsp; 100 Meilen achteraus. Auf einmal lie\u00df sich beobachten, dass die D\u00fcnung h\u00f6her wurde, obwohl die Windst\u00e4rke sich nicht ver\u00e4nderte.&nbsp;<\/p>\n<p>Lothar hatte vorhin noch behauptet, dass wir ungerefft nach Griechenland fahren k\u00f6nnten. Ich hatte nicht wiedersprochen, sondern lediglich gedacht: <em>La\u00df mal den Wind antworten.<\/em> Nun heulte und pfiff er durch das Rigg. Das schwere Schiff mit dem kurzen Kiel rollte um seine L\u00e4ngsachse wie eine Hollywoodschaukel. Jedem an Bord war klar, dass wir die Ohren anlegen m\u00fcssen &#8211; wir gingen gleich ins zweite Reff. Ich fand unseren Plan, trotz des seitlichen Starkwinds die H\u00f6he bis Kefalonia verteidigen zu wollen, k\u00fchn. Thomas hatte sogar orakelt, dass es uns nicht gelingen w\u00fcrde, dass uns der Nordwind abdr\u00e4ngen w\u00fcrde, bis unter den Pelepones.<\/p>\n<p>Bald gingen die Wellen \u00fcber das Schiff. Immerhin nahmen wir kein Wasser mehr durch die Vorluke; diese war nun abgedichtet. Was uns zuzusetzen begann, war das schwere seitliche Rollen und die Gischt, die st\u00e4ndig auf uns niederging.<\/p>\n<p>Bei D\u00e4mmerung landete eine Seeschwalbe auf einer Wandleuchte im Salon. Sie machte die rollenden Bewegungen des Schiffes mit, als sei sie kardanisch aufgeh\u00e4ngt. Jeder Versuch sie zum Wegfliegen zu animieren, war vergebens, es war drau\u00dfen einfach zu ungem\u00fctlich.<\/p>\n<p>Der Wind wurde st\u00e4rker. Immer \u00f6fter gab der hydraulische Autopilot ein paar schrille T\u00f6ne von sich und fiel aus. Als wir den Antrieb untersuchten, stellten wir fest, dass er hei\u00dfzulaufen drohte. Wir schalteten ihn ganz ab und gingen zur Handsteuerung \u00fcber.&nbsp;Im zweiten Reff hatten wir noch immer jede Menge Fahrt im Schiff. Das mag ja beim Volvo-Ocean-Race mit einer Zehnercrew ok sein, bei uns &#8211; mit einem Ausfall durch Seekrankheit &#8211; in drei Einzelwachen, aber nur bedingt. Der Wind hatte auf \u00fcber 40 Knoten zugelegt, es mu\u00dfte st\u00e4ndig konzentriert gesteuert werden.<\/p>\n<p>Gegen 21:00 Uhr reichte es: In einer bei dem groben Seegang schon nicht mehr ganz ungef\u00e4hrlichen Aktion nahmen Wilfried und ich das Gro\u00dfsegel runter.&nbsp;Ich mu\u00dfte danach an die \u00dcbergabe des Schiffes denken, vor ein paar Tagen, als wir das Gro\u00dfsegel mit den Voreignern bei Flaute in Porto Lotti zur Probe gehei\u00dft hatten: Ich bemerkte, dass das Schiff kein drittes Reff besitze. Andrea und Davide entgegegneten prompt, dass sie die <em>Cinderella<\/em> h\u00f6chstens im ersten Reff gefahren w\u00e4ren, und dass auch nur bei \u00fcber 28 Knoten Wind. Ansonsten br\u00e4uchte man \u00fcberhaupt kein Reff, schon gar kein drittes, niemals.&nbsp;Das hatte ich gleich merkw\u00fcrdig gefunden.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Via Satellit kamen von Thomas neue Info. Das Schlimmste sollte fr\u00fchmorgens vorbei sein<em>,&nbsp;<\/em>schrieb er<em>.<\/em> Gegen Mitternacht frischte der Wind aber noch auf und die See wurde gr\u00f6ber. Als Lothar sich f\u00fcr einen Moment nicht festhielt, st\u00fcrzte er quer durch den Salon und knallte mit dem Kopf an den Holzpfahl neben der Pantry. Es sah brutal aus, aber er sagte nur:&nbsp;\u201eNix passiert &#8211; glaube ich!\u201c.&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht auszudenken, hier bei solchen Bedingungen einen Notruf absetzen zu m\u00fcssen. Hab ich mir wieder f\u00fcr zuk\u00fcnftige T\u00f6rns hinter die Ohren geschrieben: Vor schwerem Wetter m\u00fcssen alle hoch und heilig versprechen, dass sie sich nur mit gr\u00f6\u00dfter Vorsicht im Schiff bewegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Kompass auf der Cinderella war nach einem Umbau des Steuerstandes vor ein paar Jahren am Niedergang befestigt worden. Ein winziges Modell, vom Rad ist der Kurs kaum zu erkennen. Ich steuerte deshalb \u00fcber die Seitenpeilung des Nordsterns, mit einen gelegentlichen Kontrollblick auf den Plotter. Der Wind war noch immer an der Grenze zum Sturm. Dennoch fielen wir nicht ab, hielten stur Kurs Ost.<\/p>\n<p>Wilfried kam, um mich abzul\u00f6sen. Es ging ihm nicht gut, aber er trat seine Wache an. Auch Lothar, der gar kein richtiges \u00d6lzeug dabei hatte, sondern eine Art Regenjacke mit K\u00e4ppi, die bei viel Gischt und Wind sicher sehr frisch sein mu\u00dfte, zog seine Wachen eisern durch. Die Bedingungen waren ruppig, aber wir arbeiteten Hand in Hand.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber 90 Meilen vor Kefalonia entdeckte ich die Beleuchtung eines Gro\u00dfschiffes. Ich konnte nicht erkennen, wohin es meinen <em>Gegner<\/em> zog, aber nach einer Weile stand fest, dass die Peilung stand. Ich tr\u00f6stete mich damit, dass das andere Schiff noch weit weg sein mu\u00dfte, es war gerade erst in Sicht gekommen.<\/p>\n<p>Als ich nach Minuten wieder aufschaute, erschien es mir schon deutlich n\u00e4her. Und ich hatte den Eindruck, nun sogar hinauf blicken zu m\u00fcssen, als ob es bereits so nah war, dass ich mich unterhalb seiner Positionsleuchten befand. Eigentlich sah ich nur ein grelles, gelbes Licht. Ein riesiger Trawler? Ich wurde nerv\u00f6s, war durch den wenigen Schlaf und das andauernde Rollen auch schon etwas benebelt. Ich fragte mich, ob ich nicht l\u00e4ngst handeln mu\u00dfte. Warum war auf dem Plotter eigentlich kein AIS-Signal zu sehen? Konnte das sein, dass so ein Riesenkahn, zu dem man schon aufschauen mu\u00dfte, kein AIS-Signal aussendete?<\/p>\n<p>Das Problem an einer Einzelwache bei grobem Seegang ohne Autopilot ist ja, dass man vom Steuerstand einfach nicht wegkommt, um zum Beispiel das Radarbild zu checken.&nbsp;<\/p>\n<p>Irgendwann war die Positionsleuchte meines Gegners so hoch, dass ich mich schr\u00e4g unterhalb befinden mu\u00dfte,&nbsp;&nbsp;jetzt konnte eigentlich nur noch das <em>Man\u00f6ver des letzten Augenblicks<\/em> helfen. Ich wollte es gerade einleiten, als mir d\u00e4mmerte, wie dieses d\u00e4mliche Schiff hei\u00dfen mu\u00dfte: Ihr&nbsp;Name war Jupiter und er war in \u00f6stlicher Peilung aufgegangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erleichtert steuerte ich das Schiff durch Berge und T\u00e4ler aus Wasser. Der Wind hatte nicht nachgelassen, es war noch immer Nacht. Die Bewegungen am Ruder waren monoton. Es sah aus, als ob wir den Kurs halten konnten. Trotz des Tosens und Heulens war ich ganz ruhig und f\u00fchlte mich wohl, wie im Herzen der See.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Rainer Holtorff Ischia, Italien, 31. M\u00e4rz 2018 Mein Ratschlag, die Gro\u00dfwetterlage zu beachten, wurde durch einen fixen Termin in den Wind  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":23054,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[727],"tags":[668,669,670],"class_list":["post-32846","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-yacht-delvieries-da","tag-berge-und-taeler-aus-wasser-da","tag-strasse-von-messina-da","tag-ueberfuehrungstoern-da"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32846"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32857,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32846\/revisions\/32857"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}