{"id":32458,"date":"2021-09-03T14:30:29","date_gmt":"2021-09-03T12:30:29","guid":{"rendered":"https:\/\/yachtskipper.eu\/corona-onboard-lagoon-50-yachtueberfuehrung-sardinien-wilhelmshaven\/"},"modified":"2024-07-23T10:29:22","modified_gmt":"2024-07-23T08:29:22","slug":"corona-onboard-lagoon-50-yachtueberfuehrung-sardinien-wilhelmshaven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/corona-onboard-lagoon-50-yachtueberfuehrung-sardinien-wilhelmshaven\/","title":{"rendered":"Corona an Bord! Lagoon 50 Yacht\u00fcberf\u00fchrung Sardinien-Wilhelmshaven"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:104%;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Corona an Bord! Lagoon 50 Yacht\u00fcberf\u00fchrung Sardinien-Wilhelmshaven<\/span><\/strong> <em><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">von Rainer Holtorff<\/span><\/em><\/p>\n<p>22. April 2021, Nord-Sardinien<\/p>\n<p>Wir waren zu f\u00fcnft: 2 Frauen, drei M\u00e4nner. Eine motivierte, passionierte Crew. Wir wollten via Gibraltar flott bis nach Deutschland segeln. Den Katamaran hatten wir f\u00fcr die deutschen Eigner von einer Charterbasis \u00fcbernommen, das Hand-Over hatte Zeit gekostet, aber nun waren wir unterwegs. Kr\u00e4ftigen Ostwind sollte es geben, \u00fcber eine Woche lang. Genug guten Wind also, um Gibraltar unter Segeln zu erreichen, mindestens. Wir freuten uns wie die Schneider. Der einzige Grund, warum wir im Maddalenen-Archipel \u00fcberhaupt noch einmal ankerten, waren Probleme mit der Hydraulik-Steuerung. Die lenkte unsauber, wir fuhren Schlangenlinien.<\/p>\n<p>23 April 2021, Cannigione<\/p>\n<p>Also nahmen wir noch einmal die Techniker von North Sardinia Sail (NSS) in Empfang. Nach einer Stunde hatten sie die Hydraulik entl\u00fcftet und durchgecheckt. Jetzt sollte alles passen. Ich winkte ihnen zum Abschied und war allein an Bord &#8211; die Crew war noch mal einkaufen, die allerletzten Besorgungen \u2013 denn wer wollte wissen, wann wir anhalten w\u00fcrden? Bei diesen Aussichten w\u00fcrde der n\u00e4chste Hafen sicher erst Lissabon sein. Oder sogar Vigo?<\/p>\n Da wussten wir noch nicht was auf uns zukommt&#8230;.\n<p><em>Kira<\/em>, eine von uns angeheuerte 20-j\u00e4hrige Mitseglerin kam fr\u00fcher vom Einkaufen zur\u00fcck als die anderen. Sie f\u00fchlte sich unwohl. Ich schlug ihr vor, sich hinzulegen. Ich w\u00fcrde sie aus dem Wachplan nehmen, bis es ihr wieder besser ging. Als die restliche Crew wieder da war gab es Pizza. Kira kam dazu doch noch einmal aus der Koje. Uns fiel auf, wie schlecht sie aussah. Das Gesicht geschwollen, rot angelaufen. Dazu die triefende Nase. Fast schon spa\u00dfeshalber warf ich das Wort \u201e<em>Corona<\/em>\u201c in den Raum. Konnte ja nicht sein: Sie war doch vor erst vor drei Tagen aus Deutschland gekommen und hatte zuvor 2 PCR Tests gemacht\u2026 W\u00e4hrend ich im Corona-Hotspot Sardinien beim Handover der Yacht Kontakt zu etlichen Technikern eines gerade aus einem Lockdown erwachten Betriebes gehabt hatte, war sie hier doch kaum jemanden begegnet. Als wir sie am Flughafen in Empfang genommen hatten, litt sie zwar an einem Schnupfen, aber dieser plage sie schon ewig, sagte sie.<\/p>\n<p>Passenderweise hatten wir einen Mediziner an Bord. Michael war mit Anna, meiner Co-Skipperin, und mir schon \u00fcber den Atlantik gesegelt. Er packte kurzerhand einen Corona-Schnelltest aus und nahm bei unserer Mitseglerin einen Abstrich vor. 5 Minuten sp\u00e4ter starrten wir auf das Ergebnis: Wir waren wie vor den Kopf gesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Ich schrieb eine Whatssapp an unser Backoffice.<\/p>\n<p>\u201eShit\u201c, kam es lapidar zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Als erste Ma\u00dfnahme beschlossen wir, dass Kira von nun an in ihrer Kabine bleiben m\u00fcsse. Wir w\u00fcrden sie versorgen. Michael zog los, um Fl\u00e4chendesinfektionsmittel und neue Masken zu besorgen. Er ordnete an, von nun an Masken an Bord zu tragen: Es konnte doch gut sein, dass Kira einen von uns bereits angesteckt hatte und die anderen noch nicht. Wir mussten uns also auch voreinander sch\u00fctzen, so gut es ging. Ich gab Carlo, unserem Kontakt bei den Italienern, Bescheid. Er antwortete, dass wir zur\u00fcckkommen konnten, in ihre Marina, von der wir erst am Tag zuvor gestartet waren. Sie w\u00fcrden uns eine Boje fertig machen, an der wir die beh\u00f6rdlich angeordnete Quarant\u00e4ne verbringen konnten. W\u00e4hrend wir zur\u00fccksegelten dachten wir nicht mehr an den sch\u00f6nen Ostwind, der uns nun entging. Wir dachten an den letzten Abend. Kira mitten unter uns beim Essen. Danach hatten wir uns zusammen einen Wetterbericht angeschaut und sie hatte ein paar Mal genie\u00dft. \u201eGesundheit!\u201c hatte ich immer wieder gemurmelt \u2013 und sie hatte stets h\u00f6flich \u201eDanke!\u201c gesagt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in unserer Ausgangsbucht der Cala dei Sardi lotsten uns die Italiener an ihre Mooringboje. Uns erreichte ein Schreiben der italienischen Maritimen Beh\u00f6rde. Wir waren nicht mehr frei, die Crew durfte nicht mehr an Land gehen.<\/p>\n<p>Ich war dankbar, dass die Italiener von NSS, die die<em>se Yacht <\/em>an unsere Auftraggeber \u2013 verkauft hatten, uns an ihre Boje lie\u00dfen. Und dass sie anboten, uns zu versorgen. Zwar blieben wir auf die paar Meter Yacht beschr\u00e4nkt, aber immerhin war es ein nicht ganz kleiner Kat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>23.April 2021<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Zusammenleben mit einer isolierten jungen Frau war bizarr. W\u00e4hrend wir mit Masken im Salon einander Gesellschaft gaben, blieb Kira strikt in ihrer Kabine von uns isoliert.<\/p>\n<p>Doch bereits nach zwei Tagen kam sie aus ihrer Luke im Vorschiff gekrabbelt und begann auf dem Steuerbordrumpf Sport\u00fcbungen zu machen, obwohl sie noch immer erk\u00e4ltet aussah. Wir sa\u00dfen im Salon, durch die riesigen Scheiben von ihr getrennt, und konnten ihr dabei zusehen.<\/p>\n<p>Morgens, mittags und abends stellten wir Mahlzeiten vor ihre T\u00fcr. Sie nahm sie zu sich hinein, a\u00df, wusch die Teller ab und desinfizierte sie anschlie\u00dfend mitsamt des Bestecks. Wir wuschen es danach noch einmal ab. Falls die \u00dcbertragung nicht schon erfolgt war, durfte es jetzt nicht doch noch geschehen.<\/p>\n<p>Ich hatte ein sehr mulmiges Gef\u00fchl. Immerhin stand ja zu erwarten, dass es uns auch erwischen w\u00fcrde. Wir stellten \u00dcberlegungen an, wann es bei uns losgehen k\u00f6nnte. Vier, f\u00fcnf Tage nachdem wir unsere junge Mitseglerin getroffen hatten, w\u00e4re wohl der Normalfall. Insofern lag die kritischste Phase noch vor uns. Was die Sache zuspitzte: &nbsp;Sardinien \u2013 und insbesondere die Region&nbsp; Olbia &#8211; war seit zwei Wochen ein Corona-Hotspot &#8211; &nbsp;eine <em>Zona Rossa<\/em>, also in einem harten Lockdown. Carlo, unser Kontakt, der abends einmal in einem Dingi unweit unseres Hecks stand, erz\u00e4hlte uns, dass wahrscheinlich deshalb noch niemand von der Beh\u00f6rde bei uns gewesen sei, weil sie in Olbia einfach zu viele F\u00e4lle h\u00e4tten. Die Beh\u00f6rde kam einfach nicht hinterher, die Krankenh\u00e4user waren \u00fcberlastet.<\/p>\n<p>Das lie\u00df die Sache noch gruseliger aussehen: Was w\u00fcrde bei einem Ausbruch an Bord geschehen? W\u00fcrde dann \u00fcberhaupt jemand zu den Deutschen kommen? Oder w\u00fcrde man uns hier drau\u00dfen an der Boje einfach uns selbst \u00fcberlassen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>24.04.21<\/p>\n<p>Ich will nicht verschweigen, in welcher Sch\u00f6nheit sich das Ganze abspielte. Die <em>Cala dei Sardi <\/em>liegt an einer Art Fjord, dem Golfo die Cugnana, der ein paar Meilen ins Inselinnere von Sardinien ragt und dessen Ende mit einer Bucht so etwas wie einen nat\u00fcrlichen Hafen bildet. Von den Ufern f\u00fchren mit \u00fcppigem Gr\u00fcn und Wildblumen bewachsene H\u00fcgel immer h\u00f6her hinauf zu mittelhohen Bergen. Der Mensch hat hier eingegriffen. Er hat eine Uferstra\u00dfe gebaut, eine Rennpiste f\u00fcr die Einheimischen. Auch gibt es Portisco, eine riesige Marina, schr\u00e4g gegen\u00fcber das aufgedrehte Porto Rotondo. In Coronazeiten sind diese H\u00e4fen allerdings weitgehend menschenleer. Zumindest in den Tagen, als wir noch herumlaufen durften. Jetzt sa\u00dfen wir an Bord herum, verurteilt zu warten. Sobald man sich etwas unwohl f\u00fchlte, dachte man, dass die Krankheit ausbricht. Ich erinnere noch, morgens jedes Mal erleichtert gewesen zu sein, wenn ich beim Erwachen feststellte, dass der leichte Schnupfen am Morgen nur von der kalten Nacht herr\u00fchrte und kein Infekt war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>25.04.2021<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Sonntagmorgen, also gute sechs Tage nach dem Erstkontakt zu unserer Corona-Infizierten, kam die Stunde der Wahrheit: Carlo hatte uns ein paar zus\u00e4tzliche Schnelltests organisieren lassen, die wir nun einsetzten. Der Reihe nach nahm Michael die Abstriche vor. Anschlie\u00dfend sa\u00dfen wir gespannt vor den Displays, auf denen die Ergebnisse sichtbar werden sollten. Wir konnten unser Gl\u00fcck kaum fassen: Wir waren negativ! Alle vier!&nbsp; Zwar ist so ein Test bekannterma\u00dfen nicht vollkommen sicher, aber wir waren zuversichtlich; wir hatten ja keine Symptome. Wir funkten die frohe Botschaft an Freunde und Familie. Anscheinend hatten die Hygienema\u00dfnahmen an Bord Erfolg gehabt; wie durch ein Wunder hatte sich niemand bei Kira angesteckt.<\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen sah noch immer krank aus, turnte aber auf dem Vordeck aber schon wieder rum. Abends warfen wir die Leinen von der Boje los und machten eine Testfahrt, um die Lenkung auszuprobieren. Wir durften das wahrscheinlich nicht, aber es kr\u00e4hte ja ohnehin kein Hahn nach uns; wir mussten irgendetwas tun, um weiterzukommen mit diesem Schiff, zumindest auf der technischen Seite, auf der es noch einige offene Fragen gab. Wir konnten ja fast schon dankbar, dass die Lenkung bei unserer Abreise verr\u00fcckt gespielt hatte, weil wir sonst auf und davon gewesen w\u00e4ren gen Westen. Nach f\u00fcnfzig Meilen w\u00e4re es kaum noch machbar gewesen mit dem Kat nach Sardinien zur\u00fcckzukehren. Wir h\u00e4tten dann unterwegs irgendwann festgestellt, dass wir mit einer Coronakranken unterwegs sind. Keine sch\u00f6ne Vorstellung, auf einem Offshore-T\u00f6rn, wenn man dann auch selbst mit einer Erkrankung rechnen muss&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>26.04.21<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Tage vergingen. Die Eigner des Schiffes, unsere Auftraggeber, waren verst\u00e4ndlicherweise besorgt, dass das Ganze sich noch \u00fcber Wochen hinziehen w\u00fcrde. Eine Werft wartete bereits auf diese Yacht, um einen Umbau vorzunehmen \u2013 all das war ausgebremst.<\/p>\n<p>Wir versuchten uns zu schonen, um die Immunabwehr zu st\u00e4rken. Und wir versuchten die Nerven zu bewahren, die Landschaft trug dazu bei. Einen R\u00fcckschlag erhielten wir, als Michael einen weiteren Abstrich bei Kira vornahm. Wir glaubten erst, dass dieser negativ war aber dann bildete sich an entsprechender Stelle doch noch ein winziger Strich aus, den man leider als \u201epositiv\u201c deuten musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Abend hielten Anna und ich die Unt\u00e4tigkeit nicht mehr aus: In der Abendd\u00e4mmerung paddelten wir mit dem Dingi ein ganzes St\u00fcck bis ans andere Ufer. Dort, etwas westlich von Porto Rotondo, lag eine gr\u00fcner H\u00fcgel, der \u00fcber und \u00fcber mit Macchia und allen m\u00f6glichen Wildpflanzen bewachsen war. Jetzt, Ende April, stand alles in voller Bl\u00fcte. Wir liefen auf dem menschenleeren, zugewucherten H\u00fcgel herum und sogen die Ger\u00fcche ein. So m\u00fcssen sich entlaufene Str\u00e4flinge f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>27.04.21<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wieder nahmen wir einen Test bei Kira vor. Diesmal war der besagte Kontroll-Strich kaum noch zu sehen. Bedeutete dies nun, dass auch sie jetzt \u201enegativ\u201c war? Oder noch immer schwach positiv.<\/p>\n<p>Carlo, unser Kontaktmann bei den Italienern berichtete, dass sie mit der Maritimen Beh\u00f6rde verhandelten. Falls wir alle bei einem PCR-Test negativ getestet w\u00fcrden, k\u00f6nnte es relativ schnell gehen, stellte er in Aussicht. Wenn auch in anderen F\u00e4llen 14-t\u00e4gige Quarant\u00e4ne angeordnet worden war, so wollte man in unserem Fall ein Auge zudr\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>29.04.21<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Morgen unseres PCR-Tests war da. Geistesgegenw\u00e4rtig schlug Michael vor, dass Kira, die ohnehin nicht mehr mitsegeln w\u00fcrde, gleich morgens ihre Sachen packen solle. Im Falle eines negativen PCR-Tests k\u00f6nnte sie dann gleich den Flieger nach Hause nehmen, das w\u00e4re f\u00fcr uns alle einfacher. Kira zeigte sich einverstanden.<\/p>\n<p>Die Marina hatte uns erst mit einem Schlauchboot vom Schiff abholen wollen, nun aber teilten sie uns mit, dass wir bitte verstehen m\u00f6gen, dass sie es zu ihrer eigenen Sicherheit doch nicht tun w\u00fcrden. Sie baten uns unser eigenes Beiboot zu nehmen, dass allerdings winzig war und keinen Motor hatte. Also ruderten Anna und ich erst Klaus und Michael her\u00fcber, dann \u2013 voll maskiert &#8211; Kira mitsamt Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>In zwei getrennten Taxis fuhren wir zum Testcentrum am Flughafen in Olbia. 800 Euro sollte der Test f\u00fcr uns 5 kosten, nicht gerade billig, aber daf\u00fcr w\u00fcrden wir das Ergebnis schon nach 6 Stunden wissen.<\/p>\n<p>Nachdem bei jedem von uns ein Abstrich genommen worden war, verabschiedeten wir uns von Kira und machten uns auf den Weg in die Stadt. Sp\u00e4ter fuhren wir mit dem Bus gen Cala dei Sardi, immer wieder aufs Handy schauend, auf dem die Sammelmail des Testcentrums \u00fcber unseren Befund eingehen solle.<\/p>\n<p>Wieder an Bord erreichte uns das Ergebnis: Alle negativ \u2013 bis auf Kira. Wir teilten es ihr per Whatsapp mit:<\/p>\n<p>\u201eMist\u2026\u201c antwortete sie.<\/p>\n<p>Ich hatte ihr angeboten, dass &#8211; wenn alle Stricke rei\u00dfen &#8211; sie in jedem Fall wieder zur\u00fcck zu uns an Bord k\u00f6nne. Sie schlug jetzt aber von sich aus vor, nach einer Bleibe an Land zu suchen, in der sie w\u00e4hrend ihrer Quarant\u00e4ne bleiben konnte. Ich versuchte sie dabei zu unterst\u00fctzen, indem ich in Olbia herumtelefonierte, aber es war kaum m\u00f6glich: Alle Hotels und Guesthouses, denen ich die Wahrheit erz\u00e4hlte, winkten ab und sagten, es t\u00e4te ihnen leid.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>30.04.21<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es dauerte noch einen Tag ehe die Beh\u00f6rde t\u00e4tig wurde. Ich musste etwas unterzeichnen:<\/p>\n<ol>\n<li>In reference to the e-mails of Dr. XXX, Director of the USMA office in Porto Torres, dated 23\/04 and 24\/04, The undersigned Captain of the Baten Kaitos boat, number plate 4 OL 862 D<\/li>\n<\/ol>\n<p>DECLARES<\/p>\n<ul>\n<li>&#8211; &nbsp;To have complied with the requirements indicated:\n<ul>\n<li>The crew used the personal cabin and bathroom;<\/li>\n<li>The common areas were used by limiting co_presence and wearing masks;<\/li>\n<li>Careful hand washing, environmental and personal sanitation and sanitation were carried out, as well as<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>appropriate ventilation of the rooms;<\/p>\n<ul>\n<li>Disposable products were used for the table and kitchen items were washed in the dishwasher;<\/li>\n<li>The waste will be collected<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>&#8211; &nbsp;On 29\/04\/2021,\n<ul>\n<li>The crew was subjected to a molecular test, the results are attached.<\/li>\n<li>Yesterday the passenger Lea Schneider, asymptomatic and negative twice in rapid tests carried out on<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>board by the crew doctor with all the required precautions, did a molecular swab. The swab gave a positive result and she moved to fiduciary isolation at \u201cB&amp;B Ciros House, Via Aspromonte 7, 07026 Olbia (SS)\u201d.<\/p>\n<p>Sanitary free practice is required in order to resume navigation to WILHELMSHAVEN \/ Germany<\/p>\n<p>Captain Signature ____________________________<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich unterschrieb und der Segelyacht wurde \u201efree practice\u201c gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>E&#8217; in libera pratica sanitaria. <\/strong><\/p>\n<p><strong>(Has been allowed free pratique). <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit waren wir frei. Es dauerte noch ein paar Tage, ehe wir wirklich von Sardinien wegkamen, aber das steht auf einem anderen Blatt. Inzwischen befinden wir uns in der Ansteuerung von Alicante. Bis zum spanischen Festland haben wir es also beinahe geschafft.<\/p>\n<p>Langsam verblassen die Erinnerungen an Sardinien und unsere unfreiwillige Quarant\u00e4ne mit einer Coronakranken an Bord einer Yacht. So ganz werden wir die Sache aber nie vergessen. Vielleicht, hoffentlich, werden wir in f\u00fcnf Jahren an die l\u00e4ngst vergangene Pandemie zur\u00fcckdenken, erinnern wie sch\u00f6n und schaurig es f\u00fcr uns alle war, an der Boje in der Cala dei Sardi.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachtrag: Den Katamaran haben wir nat\u00fcrlich unbeschadet nach Wilhelmshaven gebracht. Es gab einen Crew-Change in Portima. Dort hat Thomas G\u00f6tzen als Skipper \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>s2yq\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011\u0011a<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":29200,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[214],"tags":[],"class_list":["post-32458","post","type-post","status-publish","format-image","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized-da","post_format-post-format-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32458"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46925,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32458\/revisions\/46925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/old.yachtskipper.eu\/da\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}